„Wo sind Sie daheim, wenn ich fragen darf?“
„Das ist auch verkehrt,“ versetzte der Maler freundlich, „ich bin nirgend daheim.“
Georg, dunkler errötend, fühlte sich wider Willen in eine neue Frage verstrickt:
„Aber Ihre Eltern, wenn ich fragen darf, leben doch noch?“
Bogner versetzte, daß er es hoffe. Dies gab Georg den Rest, er glühte, fand kaum die Tür und rannte die Treppe hinunter.
Als er die Terrasse wieder betrat, saß die Anna schon auf ihrem kleinen, hellbraunen Pferde. Ihr Vater ging um den großen, schwarzbraunen Hunter des Prinzen, zog am Sattelriemen und beschimpfte den Stallburschen, der statt Vorderzeug Matingal aufgelegt hatte, ob er, Chalybäus, vielleicht nebenher laufen solle, um den Sattel festzuhalten, ob er, Stallbursch, immer noch nicht wisse, daß das Aas von Unkas den Sattel auf die Hinterhand schöbe. Der Bursche sah wie eine Geraniumblüte aus, starrte betäubt Magda an, wagte es aber, als Georg aufstieg und er sich an den rechten Bügel hängen mußte, zu flüstern daß am Vorderzeug eine Schnalle durchgerostet sei.
Georg nickte ihm zu. Am Frühstückstisch war niemand mehr. Sie trabten nach Westen in den Park hinein. Der Sattel fing an zu rutschen.
Zweites Kapitel
Deich
Georg, innerlich mit ihm selber kaum bewußten Dingen verworren beschäftigt, schwieg lange Zeit, lachte endlich leicht auf und sagte: