Bogner: Ja; im Unheimlichen. — Ich möchte Sie aber wirklich bitten, Magdas wegen keine Sorge zu haben. Im Gegenteil, meinetwegen kann diese Krankheit gar nicht schwer genug sein. Sie muß maßlos gegrübelt haben. Nun macht ihr Körper sie matt; es giebt eine Pause.
Renate: Maßlos gegrübelt, freilich! Und sich selbst beobachtet wie in einem Spiegel. Ich erinnere mich, daß sie einmal schrieb, sie habe über irgend etwas mehr gelacht, als sie selber habe begreifen können. Wer bemerkt so etwas — in ihrem Alter? Ich möchte Ihnen wirklich ihre Briefe schicken. Ich bin selber ganz ratlos, und zu Ihnen hat sie ein so rührendes Vertrauen ... Ich bin sicher, daß sie sich an Sie gewandt hätte, wenn nicht zufällig ich dagewesen wäre.
Bogner: Ich bin sehr ungewandt im Umgang mit Menschen. — — — Sprachen Sie meine Mutter?
Renate: Noch nicht — morgen.
Bogner: Mir schwant, Sie haben romantische Vorstellungen.
Renate: Vielleicht habe ich Vorstellungen, die Ihnen romantisch vorkommen mögen. Was wissen wir voneinander?
Bogner: Oho! Da muß ich sehr bitten! Ich kenne Ihre ganze Lebensbeschreibung.
Renate: Und ich die Ihre. Da kennen wir was Rechtes!
Bogner: Aber Sie haben Vorstellungen. Väterliche Verfluchung; fünfzehn Jahre; endliche Heimkehr ... Glauben Sie, daß ich verkleinern will?
Renate: Ich verstehe wohl: Sie wollen nur die Meinung — oder das Empfinden, einer Fremden abwehren, weil es — willkürlich ist.