Privates Nachwort für meinen Papa:

Solange ich dergleichen Dinge denken kann, ist mir nie etwas natürlicher erschienen als der Umstand, daß, da Du schon ein Herzog bist, demokratischen Neigungen huldigst.

Folgerichtige Erweiterung aus diesem:

Der Natur-Aristokrat habe demokratische Neigungen; der Natur-Demokrat, der Geistmensch, der Dichter habe aristokratischen Kern.

Renate an Magda

Am 24. Nov.

Mein Krankes:

Dein Vater sagte mir heut am Telephon, daß Deine Augen angegriffen seien. So darf ich Dir wohl nur ein paar Zeilen und alle liebenden Wünsche schicken. Onkel Augustin fügt die seinen und seine letzten Rosen hinzu. Alles Gute, mein Herz! Ich rufe jeden Tag an und frage, wie Dirs geht. Mir ist schon wieder ganz wohl, aber ich muß noch mehrere Tage das Haus hüten. Soll ich dann kommen? — Immer zärtlich bei Dir Deine

Renate

P. S. Weißt Du, daß ich Deinen Maler kenne? Nach einem abscheulichen, mißverständlichen Telephongespräch hatten wir neulich ein andres am Abend, und das war schön. Ich mußte daran denken, wie Du neulich Dein Zimmer mit einer Schiffskajüte verglichen hattest; auch ich in meinem kleinen, leuchtenden Raum kam mir so viel tiefer in der Nacht vor als sonst; als säße ich auf einem Leuchtturm und hätte Verbindung mit solch einem dauerhaften, alten Segler, der nach der Einfahrt zum Hafen fragte. Was hat er doch für eine ruhige, gedämpfte Stimme! Heute abend ist Verlobung bei Herzbruchs, da werde ich seine Mutter kennenlernen. Nun adieu!