Lieber Prinz:
Ich möchte Ihnen schreiben, daß Magda Chalybäus einige Zeit krank gewesen ist und hiervon, und mehr von mancherlei seelischen Erschütterungen der letzten Zeit, so angegriffen und ermattet scheint, als wolle sie sich weigern, noch weiter am Dasein teilzuhaben. Sie kennen mich ein wenig und können wissen, was es zu bedeuten hat, wenn ich Sie darauf aufmerksam mache, daß ein Wort, ein Lebenszeichen von Ihnen, vielleicht nicht heilsam, aber doch wohltätig wirken könnte, wobei Sie zu ermessen haben, ob Sie in der Lage zu dergleichen sind.
Sehe ich Sie auf der Trassenburg? Ich denke, in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ein paar Tage dort zu sein, dann in Trassenberg die Aula des neuen Genesungsheims auszumalen.
Herzlich grüßt Sie, Ihnen wohlgewogen
Bogner
Magda an Renate
Freitag
Ja, Renate, von mir bekommst Du diesmal nichts. Meine Arbeit ist nicht fertig geworden, es ist wohl schlecht von mir, aber Du mußt schon entschuldigen, ich bin gar zu müde. Der gute Jason schläfert einen so schön ein, seit gestern haben wir auch Schnee und stillen Wind, ich bin immer dicht vor dem Einschlafen und tu es bloß nicht, weil ich Angst vor dem Aufwachen habe.
Also verzeih, wenn Du kannst, meine Nachlässigkeit.
Aber ich habe Dich doch lieb.