Sie blickte ihn an, lächelte und meinte, er habe freilich recht, sie möchte es nur nicht leiden, wenn von früher und heute geredet würde, als wäre die jetzige Zeit verdorben. „Du wirst unruhig, Mama, wollen wir gehn?“
Die Mutter, die nach der Uhr gesehn hatte, versicherte, es sei hohe Zeit, nur noch zwanzig Minuten bis zur Ankunft. So verabschiedeten sich die Damen, auch Bogner und Georg suchten ihr Abteil auf, wo sie allein waren.
Abteil
Georg, in der tiefen Dämmerung des von oben matt erhellten, dunkelroten Raumes sich in die Ecke neben der Gangtür niederlassend, betrachtete auf dem gesenkten Gesicht des Malers, der unter der Lampe stand, die Schattenschluchten und Lichtflächen, während er seine Pfeife aus dem Gummibeutel nachdenksam stopfte und in Brand setzte, worauf er eine Fensterecke Georg gegenüber einnahm. Der blasse Egon, sein kleiner Diener, erschien, in Zivil mit seinem schwarzen Haartuff in der Stirn wie ein Sekundaner aussehend, um höflich den Maler zu fragen, ob er am Bahnhof irgend etwas befehle, doch befahl er nichts, saß und rauchte und sog mit einem wunderlichen Ausdruck des Behagens am Kinn. Nach einer Weile blickte er Georg ernsthaft an, und schließlich sagte er etwas, zu Georgs Staunen ganz aus eigenem Antrieb; er sagte:
„Ein schönes Mädchen!“
Und:
„Ein kluges Mädchen.“
„Sie ist verheiratet,“ sagte Georg.
„Keine Spur,“ sagte Bogner, „das sieht man doch.“
„Mit einem Marineoffizier,“ trumpfte Georg auf.