„Nein, mein Kind,“ sagte Montfort, hinter ihr an den Tisch tretend, „wir sprachen vom Überhandnehmen der Kinos wegen der geistigen Faulheit der Männer.“

„Ach, bitte,“ bat sie ängstlich, „nicht vom Kino, Josef, du weißt doch, ich kanns nicht —“

„Sie kommt vom Theater,“ erläuterte Montfort friedlich, „daher die Voreingenonmenheit. Durchlaucht, was denken Sie vom Kulturwert des Kien—“

Frithjof brachte ein großes Wasserglas herbei, und alle drei sahen zu, wie das Mädchen die schönen, eirunden und eigelben Blumen mit den schilfgrünen Stielen hineinstellte. Frithjof entfernte sich zufrieden.

„Eigentlich,“ sagte Georg unschlüssig, „habe ich nie über diese Frage nachgedacht ...“

„Dann erlauben Sie mir, Durchlaucht, Sie zu bewundern!“

Schon wieder einer, dachte Georg.

„Ein Deutscher,“ redete Montfort heiter fort, „der über eine nationale Frage noch nicht nachgedacht hat. Wundervoll und außerordentlich. Würde ein jeder so tun, hätten wir auch nicht das subalterne Gesicht, das nur hierzulande zu sehn ist.“ Er blickte sich nach allen Seiten um, wo jetzt an den kleinen Tischen ringsum lesende Männer mit Zeitungen, auch ganze Familien mit Töchtern und Schwiegersöhnen saßen, für Georg so plötzlich vorhanden, als wären sie, oder als wäre er aus dem Boden dazwischen gezaubert.

„Meinen Sie, daß es daher kommt?“ fragte er gedankenlos.

„Nun, oder von was andrem. Ich hatte nur die Bemerkung anbringen wollen,“ versetzte Montfort gleichmütig.