„Polin vielleicht?“ schlug Georg vor.
Sie lächelte. „Nein, das ist nun grade falsch, obgleich ich sonst alles Erdenkliche bin. Mein Vater war Deutscher, aber aus Ungarn, und seine Mutter war Ungarin. Meine Mutter aber ist Spanierin; sie lebt noch da, und ich bin dort aufgewachsen. Da lernte ich Deutsch und Spanisch zugleich, aber — meine Großmutter war wieder Holländerin ...“
„Ei, dann sind Sie ja ganz international!“
„Ja, leider ...“
„Leider?“
„Ja, man fühlt sich doch so heimatlos. Spanien kenne ich kaum, mit vier Jahren kam ich von dort weg. Nun, am meisten gehöre ich wohl doch zu Deutschland ...“
Um ihr gefällig zu sein, murmelte Georg, Herr von Montfort komme einem ja auch so international vor.
„Wieso?“ fragte sie halblaut, das Gesicht zu ihm drehend.
„Nun — ich meine, nicht wahr? — finden Sie nicht auch: wenn man ihm zuerst in Italien begegnete oder sonstwo — würde man ihn nicht für einen Italiener halten — oder Spanier oder — —?“
Sie sah wieder gradeaus, wo zehn Schritte vor ihnen Bogner und sein Bruder gingen. Er habe wohl recht, meinte sie leise. Nach einer Weile setzte sie verloren hinzu: „Er will ja nun auch fort ...“