Das Gewitter, dachte Georg, macht uns alle seltsam, und wir sitzen wie beratende Götter zusammen. — So schien ihm wenigstens dieser langmütige Maler.

„Kinder,“ sagte der ernst, „was wißt ihr denn, was glaubt ihr denn, sei Tod, Verantwortung und Schuld? Man tut, was sich anbietet, das Nächste. Wir gehn über die Straße, wir fahren mit der Bahn, mit dem Schiff, und keiner denkt, daß er im nächsten Augenblick bei den Gestorbenen sein kann. Gewiß, sonst bliebe alles ungetan, Gutes und Böses.“

„Und doch“, widersetzte sich Georg, „könnten wirs denken, wir würden uns auch der Schuld bewußt sein, die hinter uns unsühnbar zurückbleibt.“

„Sühne giebt es nicht“, sagte der Maler.

Aber während Georg betroffen fragte: „Wieso?“ hörte er Magda seine eigenen Worte fortsetzen:

„Und die Liebe, und die Verzeihung, die auch hinter uns zurückbleibt, bei den Andern, würden wir daran nicht auch denken?“

Nach einem Schweigen sagte der Maler:

„Liebe vergeht, Schuld besteht. Schuld ist Tat, und Tat wirkt so fort, was soll da Sühne! Alles bleibt unverändert.“

Georg sprang auf.

„Aber tun!“ rief er, „tun muß man doch etwas!“