Georg hielt inne, weil der Kellner ihm sein Hammelkotelett zureichen wollte, Benno aber saß da und ließ sich überschütten, sagte nur nach einer Weile tief seufzend: „Ein Bösendorfer müßte es sein!“

„Was ist ein Bösendorfer?“

Das sei ein Wiener Flügelbauer, erklärte Benno und fing an, geheimnisvoller und mit größter Ehrfurcht von einer Freundin zu sprechen, die er habe gewinnen dürfen, die wunderbar Klavier spiele und Halbösterreicherin sei, und deshalb Bösendorfer ...

„Und sie heißt Ulrika Tregiorni, oh ich weiß alles!“ triumphierte Georg, während Renates Wesenheit vor ihm aufleuchtete, so daß er fortfuhr:

„Aber, Benno, was heißt das? Wo steckt Renate? Bist du ihr untreu geworden? Schon? Ha, du versteckst sie bloß hinter dieser Ulrika, du liebst sie, Benno, gesteh Schurke! Du betest sie an!“

Benno schauderte zurück. „Nein, Georg, oh nein! Was denkst du! Das würde ich nie wagen!“

„Ach, Benno, was für’n Unsinn! Liebe, die fragt, ob sie darf?!“

„So meine ich es nicht, Georg,“ widersprach Benno hastig und hochrot im Gesicht. „Das Wagen bezog sich nicht auf sie selbst und auf mich, sondern auf — auf ihr Schicksal.“

„Ihr Schicksal?“

„Ja, wie soll man das sagen? Wenn du sie kenntest ...“ Da er verstummte, hatte Georg Zeit, seine leise innere Beklommenheit verbergend, mit Überlegenheit zu erklären, wo und wie er sie bereits am Vorabend gesehn habe.