„Na, dann müssen Sie ja Erfahrungen haben. Wie ist es aber: haben Sie Kinder?“

„Leider nein, Durchlaucht. Es sollte nicht sein,“ bekannte er würdevoll.

„Ja, für Sie tut mirs dann auch leid, aber mir ists schon lieber, wegen des Geschreis, wissen Sie. Und Ihre Frau — kann sie vielleicht kochen?“

„Sie war ja Köchin, Durchlaucht.“

„Großartig. Wo steckt sie denn? kann man sie nicht sehn.“

„Ach, Durchlaucht, sie hat ja man solche Zahnschmerzen. Sie ist ganz entstellt. Da mochte sie nicht.“

„Ach herrje! Ist sie denn beim Arzt gewesen?“

„Das will sie ja nicht. Sie ist solch ’ne starke Frau, aber vorm Zahnarzt, Durchlaucht, da haben sie doch alle bannige Angst. Bannige.“

„Na, hoffentlich gehts doch vorüber. Also, Benno, gehn wir hinein. Sie können dann gehn, Herr Vögelein, grüßen Sie Ihre Frau, und gute Besserung!“

Herr Vögelein dienerte, Georg trat ins Haus, wo gleich vom Eingang aus vier Stufen zu einem kleinen, der Länge nach vor ihm liegenden Flur emporführten. Weiße Türen standen überall offen, Georg blickte in die nächste rechts und sah in eine Flucht von Zimmern mit Seidentapeten, Bildern in Goldrahmen und farbigen Sesseln und Tischen, frisch aussehend, augenscheinlich aus Überzügen gelöst, glänzend im vollen Nachmittagslicht. Einen Schritt weiter im Flur zweigte ein langer, dämmriger Korridor — weiße Türen überall — ab, der hinten gegen eine größere Flügeltür verlief.