„Ja!“ sagte er.

„Ist sie geladen?“

„Ja!“

„Wenn sie nun wer findet, und sie geht los? Nein, nimm sie mal gefälligst mit!“ befahl sie und schrie im selben Augenblick leicht auf: „Hu, da kommt schon was!“

Georg fuhr herum. Aus dem Buschwerk, links vom Wege kroch raschelnd ein schwarzes Untier hervor, eine schwarze Kröte, groß wie ein Hund, und schleppte sich mühselig, von einem Fuß sich auf den andern werfend, dahin, — Artaxerxes, der schwarze Schwan; der eine Flügel schleifte am Boden nach.

„Ach Gott, ach Gott, das arme Tier!“ jammerte Anna und näherte sich ihm, aber er reckte sich sofort auf, blähte sich, schlug mit dem gesunden Flügel, sperrte den blutroten Schnabel auf und fauchte.

„Früher fraß er mir aus der Hand,“ klagte sie, „wenn die Leute krank werden, werden sie bösartig, Tante Irmintrut war auch so. Meinst du, daß er am Leben bleiben kann? Er wird sich doch erholen, und Futter bekommt er ja von uns. Versprich mir, Georg, daß er leben bleibt!“

Georg tat es gern, dem unseligen Tier nachblickend, das inzwischen weitergewatschelt war, hin und wieder zornig nach dem herunterhängenden Flügel hackend, wobei er dann vornüberfiel, bis er die Allee überquert hatte und ins Dickicht eintauchte und rauschend verschwand.

„Komm, laß uns gehn“, flüsterte Magda. Er nahm schweigsam seine Flinte wieder, öffnete das Gatter, und sie gingen wortlos durch das hohe Gras bis ans nächste Knicktor, einem aufrechten Brett über drei Stufen. Georg half ihr die schmale Treppe empor; oben blieb sie stehn, noch auf seine Hand gestützt, und rief: „O, ich kann die Sonne noch sehn! Gleich verschwindet sie im Dunst! Ach, welch herrliche Farben!“

Georg, emporblickend, sah ihren Kopf, der allein in das Licht ragte, hell gerötet Antlitz und Haar unter einer feinen Aureole goldener Härchen.