„Also gehn wir doch hin, wo sie schlägt, Cordelia. Du wolltest dir doch was wünschen. Wünsch doch mal! Na, was möchtest du wohl jetzt?“

„Was i möcht?“ Sie lächelte geschlossenen Auges und fuhr sachte mit lieblichem, innerm Humor fort:

„Ich sollt in eim Schloß sein dürfen ... im Garten von dem Schloß —, und in an — Teich. Ja, in dem Wasser, dem kühlen, — da sollt ich stehn dürfen, bis zun Knien. Und auf meinen Armen — so ausgestreckten Armen weißt und am Kopf und den Schultern — da sollt alles voll sein dürfen von — Papagoyen. Naa! ich mein’ ja nicht Papagoyen, ich mein’ — Lerchen. So a kloans Gsindl, weißt! Aber — — das bräucht halt a net! Bloß das kühls Wasser bis zun Knien, das sollt schon dürfen“, schloß sie bescheiden.

„Und das Schloß?“

„Und das Schloß halt“, wiederholte sie befriedigt.

„Dann also los, gehn wir hin!“ entschied Georg, sprang, sie abgleiten lassend, auf und zog sie mit sich den Weg hinunter auf die chaussierte Straße zum Schlößchen. Sie sagte lange Zeit nichts, wohl im Glauben, er scherze. Plötzlich aber hielt sie an, faßte ihn mit beiden Händen bei den Schultern und fragte, ihre Augen fest und ganz nah unter die seinen haltend:

„Georg! bist du wirklich reich?“

Er bejahte verwundert. Langsam irrte ihr Blick ab, fiel, sie senkte die Stirn gegen seine Brust.

„Ach, das ist schade!“ seufzte sie tief auf. „Ich dachte, du wärest auch arm ... Aber gut bist du, nicht wahr?“ sprach sie, ihn wieder anblickend, hastig weiter, „bist du nicht? Ja, du bist gut! Oh sag doch, daß du gut bist, bitte sags, bitte, bitte sag mirs doch!“ wiederholte sie bettelnd gequält, bis er Ja sagte.

„Danke“, seufzte sie leise. „Dank dir viele Male. — — Gehn wir nun zum Schloß?“ fragte sie kindlich zum Spaß. Er nickte nur, verwirrt von all dem sonderbaren Hin und Her, aber sehr gerührt, dankbar und voll Vorfreude über die kommende Überraschung.