— kam Josef, ergänzte Renate im stillen, indem sie „Wie traurig!“ sagte. Wie gut, dachte sie, könnte sie zu uns ins Haus kommen und mir helfen, allein — das würde sie selber nicht wollen, das selbe Haus in Josefs Abwesenheit betreten, das ihr, als er da war, nicht offen stand. Aber, als habe etwas aus diesen Gedanken den Weg zu Cornelia gefunden, sagte sie jetzt mit scherzender Betrübtheit: dann könnte sie ja Köchin werden ...
„Die Kochkunst“, sagte Saint-Georges, „darf niemand verachten. Wo haben Sie gelernt?“
„In Budapest.“
„Glänzend! Die besten Mehlspeisen in Böhmen, die besten Fleischgerichte in Ungarn. Wer mit Liebe und Ehrfurcht kocht, erhebt diese Verrichtung zu einer wahren Kunst, wie auch alle anderen nur dadurch zu einer werden.“
„Aber für wen kocht man mit Liebe?“ meinte sie kläglich.
Sigurd bemerkte schlechtweg:
„Für Bogner, nicht wahr? Der sucht doch eine Haushälterin.“
„Ich habe doch gesagt, Sigurd, du würdest es wissen. Bogner —“ wandte er sich an Renate, die eben dabei war, sich hastig den Kopf zu zerbrechen mit der Frage, ob sie wohl auch mit Andacht und Liebe für ihn kochen könnte, — „Bogner hat ein einsames Haus an einem unbekannten Waldrand gemietet und sucht eine Vertrauensperson, die ihn pflegt, denn die es zuletzt tat, ist vor kurzem selig geworden. Abgemacht, Verehrteste, Sie gehen zu Bogner. Sie wissen doch, wer das ist?“
„O — ob ich will?“ sagte sie aufstehend heiß und wie es schien ergriffen. „Ja — o ich kenne ihn! Aber — glauben Sie denn, daß er will?“