Ja, wenn nicht das Trinken wäre, seufzte Georg, könnte es ja reizend sein. Ich bin doch überrascht ...
Der Präsidenspeer knallte auf der Tischplatte. „Schönes Lied ist aus, ein Schmollis den Sängern! Prost Markwis!“ rief der Senior stehend, schüttete den Inhalt seines Glases hinunter und setzte sich. Georg beugte sich zu dem Freiherrn gegenüber: ob er nicht Balte sei ...
„Ich bin Balte“, wiederholte der, schnell und fest, bereitwillig sich zusammenraffend und die Arme auf den Tisch legend. „Nein, danke,“ wehrte er Georgs Zigarettendose ab, „ich rauche nur, wenn ich mich langweile.“ — Recht behaglich klang sein nicht allzubreites Ostpreußisch mit leicht zungengeschlagenem R-Laut. Er hatte die Gewohnheit, die Augen hinter dem Kneifer niederzuschlagen, sobald er sprach.
„Und sind mit den Keyserlings verwandt?“
„Ich bin mit Keyserlings verwandt, allerdings, aber mit welchen meinen Durchlaucht? Mit Ihrem Keyserling bin ich nicht verwandt“, betonte er lächelnd mit tippendem Zeigefinger.
„Ich dachte an den Dichter.“
„Mit dem Dichter bin ich verwandt, jawohl“, bekräftigte er, den Kopf vorwärts drückend, während Graf Ellerau ihm die Hand auf die Schulter legte und nicht unfreundlich sagte:
„Unser Schwalbe ist selbst Dichter. Er macht schöne Verse. Ja, wir sind solch ein Ästhetenklub. Die Zwillinge sollen auch dichten insgeheim; sie schwärmen für alle schönen Künste, besonders Malerei, glaub ich. Wie ists, Füchse, Erwin! Emil! Prost! Für welche Kunst schwärmt ihr grade?“
Die verdonnerten Fuxen griffen nach ihren Gläsern und schwiegen. Georg sagte, um die Aufmerksamkeit von ihnen abzulenken, in das Gelächter der Andern:
„Das ist ja aber erstaunlich! Sie machen Verse — und Sie lesen sie womöglich?“