Heiser hörte Georg ihn fragen:

„Und nun, Georg, wie ist es: fühlst du dich — zu Hause?“

Georg verstand, senkte den Kopf, hob ihn wieder und sagte in den Saal hinein: „Es ist nicht wie früher. Es — — mir ist glaub ich so wie einem, der sich jahrelang herumgetrieben hat und — als hätte er nun kein Recht mehr ... so ungefähr.“

„Armer Junge“, hörte er murmeln. Sein Vater drückte ihn liebevoll an sich; er blickte in seine Augen und murmelte, seine Hand suchend, schamvoll: „Wenn ich nur dich habe ...“ Sein Vater drückte die seine kurz und hart, ging dann durch den Saal zum Tisch, öffnete den Deckel der Truhe und nahm ein zusammengefaltetes Papier hervor, aus dem an seiner Schnur ein großes Wachssiegel herausfiel. — Georg wußte, was es war, und begann im Augenblick heftig zu zittern.

„Dies,“ sagte sein Vater, den Bogen langsam aufschlagend und hineinsehend, „dies ist der Vertrag.“

Er legte ihn wieder zusammen und in den Kasten zurück, den er schloß.

„Du kannst ihn an dich nehmen und Gebrauch davon machen. Später — wenn du meiner Hülfe bedürfen solltest ...“

Er brach ab, nickte ein paar Male vor sich hin, setzte sich dann.

Georg spürte die hinter ihm hereinströmende Kälte, wandte sich, warf das bitter schmeckende Ende seiner Zigarre hinaus und schloß die Tür. Dann zündete er sich eine Zigarette an und begann, alles umher vergessend, wieder vor den Fenstern auf und ab zu gehn.

Jetzt, während alle Gedanken in ihm, dem Kommenden zustrebend, doch angstvoll vor unsichtbaren Widerständen zurückprallten, tastete seine angereizte Phantasie nach der Schmerzgestalt der Mutter; die aber entzog sich, schwand, und statt ihrer sah er zum ersten Male Cordelia.