„Nun ists genug,“ raffte sie sich endlich auf, „ihr werdet ja alle betrunken werden.“
Schley und Georg betrachteten sich sardonisch während des Höllengelächters der Übrigen, Beide augenscheinlich das gleiche Wort auf den Lippen, das sie verschwiegen. Georg selber keuchte einigermaßen vom quellenden Bier in seinem Innern.
„Ich hab mal“, hörte er sie erst nach einer Weile leise sagen, „was von Bier — Bierjungen — heißt es nicht so? gehört. Was ist denn das? Das ist noch nicht vorgekommen“, meinte sie mit mühsamer Heiterkeit. Georg seufzte.
„Also los, Baron, zanken wir uns. Ein Bierjunge“, erklärte er ihr, „ist ein Bierduell nach vorangegangener Beleidigung. Ich muß mich doch wundern, Baron, Sie nach kaum angefangener Ehe in solcher Gesellschaft zu sehn.“
„Das geht Sie ja gar nichts an, Durchlaucht.“
„Nichts angehen! Das ist Tusch!“ schrien ein paar Stimmen.
„Bierjunge!“ sagte Georg finster.
„Doppelt!“ erwiderte Schley, „das ist hier so üblich,“ setzte er hinzu, „entschuldigen Sie.“
„Dreifach!“ versetzte Georg. „Na, nun ists aber genug. Herr von Schwalbe, bitte wollen Sie Richter sein?“ Schwalbe erhob sich bereitwillig mit einem Ruck.
Da es nun eine Pause gab, bis Schwalbe, zwischen Georg und Schley sich setzend, die herangeschleiften sechs Gläser auf ihre genau gleichmäßige Füllung verglichen hatte, meldete der Fuchsmajor gurgelnd von unten einen Solokantus der Zwillinge, die sich wankend erhoben, dann mit ungeheurer Anstrengung steif dastanden, die Mützen abnahmen und sich langsam herdrehten. Ihre kleinen, todbleichen Gesichter mit schwimmenden Augen sahen so entsetzlich aus, daß Georg Virgo kaum anzublicken wagte. Sie sah vor sich nieder. Stumm standen die Zwillinge. Aus den Anderen scholl Gelächter, aber auch Widerspruch. Dann schrie Ellerau, breit dasitzend, grausam: „Also los, Füchse, wirds bald! Euren Kantus! Baronin wartet.“ Die schluckten. Hohl, um so hohler, weil ohne Klavierbegleitung, fingen sie an zu singen: