„Ich hab vergessen: Ägidi läßt sich entschuldigen, er ist fort. Dafür kommt ja nun Klemens.“

„Heut abend noch?“ fragte Irene. „Das ist ja Unsinn!“

Jason erwiderte nichts. Renate dachte an das, was er eben vom Klavier aus gesprochen hatte, konnte sich aber nur auf den Anfang besinnen: Das Leben ist nicht wie in Büchern und Schriften der großen ... Nun schien es noch stiller zu werden. Jason saß am Eßtisch, ganz grade, die Unterarme auf der Decke. Einmal griff er nach dem Umhang, hob ihn und blickte, die Augen halb schließend, nach den Glühbirnen; ein Lichtstreif fiel dabei ins Zimmer. Ganz hell schrillte die Hausglocke. Renate zuckte zusammen, Irene richtete sich im Sessel auf und saß still und grade. Wieder gingen Minuten, Schritte wurden auf der Treppe, auf dem Flur hörbar, das Mädchen trat ein und meldete: Ein Herr wünsche Herrn Doktor zu sprechen. Irene stand auf, murmelte etwas Unverständliches, rief: „Otto!“ kaum laut genug, daß er es hören konnte.

Das Mädchen wich zurück, wieder kamen Schritte, in der offenen Tür erschien eine untersetzte kräftige Gestalt in dunklem Anzug, den Rockkragen hochgeschlagen, und Renate erkannte Klemens’ schwarze Bartfräse, die dicken Brauen und die schwere Nase. Er verbeugte sich mit dem Rücken statt mit dem Nacken und sagte: „Guten Abend.“

Jason stand auf und gab ihm die Hand, Irene lief plötzlich zur Vorhangtür und rief hindurch: „Otto! kannst du denn nicht hören?“

Der erschien gleich darauf in der Tür, blieb stehn, sah, wie er pflegte, durch die obere Hälfte der Brillengläser umher, sah Klemens und war mit zwei gewaltigen Schritten bei ihm, schüttelte ihm die Hand und sagte weiter nichts als: „Na, da bist du ja!“ Klemens lächelte nur.

„Hier ist meine Frau, du kennst sie ja noch,“ sagte Herzbruch, „und das ist Fräulein von Montfort.“

Nun ging er zu Irene und gab ihr die Hand, ebenso Renate.

„Jetzt essen!“ meinte Herzbruch, „Irene, er will essen.“

Klemens dankte, er habe ...