In der Tür stand das Hausmädchen und sagte: „Gnädiges Fräulein — Herr Doktor Klemens.“

Renate geriet in Schrecken. Was wollte das werden? Irene war nicht anzusehn, ob sie die Meldung gehört hatte oder nicht, sie spähte mit einem sonderbar wirren Blick im Zimmer umher, entdeckte plötzlich zwischen Korridortür und Kamin das Telephon und stürzte darauf zu. — Renate hörte das Mädchen etwas fragen, nickte nur, und gleich darauf flammte das Licht in der Krone blendend auf und übergoß alles. Irene schrie: „Otto!“ dann „Einundsiebzig einundsechzig!“

Klemens erschien in der Tür, verbeugte sich gegen Renate, blickte dann scheinbar abwartend auf Irene, die ihm den Rücken wandte, über das Tischchen mit dem Fernsprecher gebeugt.

„Bitte, schalten Sie um!“ sagte Irene. Gleich darauf: „Ja, umschalten sollen Sie, zum Oberstock, Himmeldonnerwetter, verstehn Sie denn nicht? Um — — Ach, der Teufel soll dich holen!“ schluchzte sie, warf den Hörer hin und fiel in den Sessel, aus dem Jason eben aufgestanden war.

Der ergriff nun den Hörer, fragte: „Bitte, sind Sie noch dort?“ horchte und sagte: „Ach, Sie sind selber am Telephon! Bitte, einen Augenblick! — Dein Mann ist am Telephon, Irene,“ sagte er zu ihr, „es war bereits umgeschaltet. Soll ich ihm was sagen, oder willst du —“

Irene unterbrach ihr Weinen und schluchzte mühsam, sie wolle ihn nicht sprechen, er — sie habe nur hören wollen, ob er zu Hause sei, und sie käme auch gleich.

Jason führte das aus und legte den Hörer hin, dann drehte er sich um und sagte zu Klemens:

„Das ist schön, daß Sie grade kommen. Wir sprachen von Ihnen, und da möchte ich Sie gleich fragen: Haben Sie meiner Freundin Irene wirklich eine Ohrfeige gegeben?“

Irene zuckte nur, als sie merkte, daß er mit Klemens sprach, behielt aber das Gesicht im Taschentuch, richtete sich langsam auf und trocknete ihre Augen. Klemens sagte leutselig zu Jason:

„Junger Mann ... Das heißt,“ unterbrach er sich, „hat Frau Herzbruch dies vielleicht behauptet?“