... und sagt ganz langsam: Eine Blonde ...“

Benno war begeistert. „Eine Blonde!“ hauchte er. „Ja, ein blondes deutsches Mädchen, das gehört auch zum Schönsten!“

„Ich will sie dir nicht rauben, deine Blonden,“ sagte Georg, „aber ich bin nun mal mehr für Dunkel.“

„Du für Dunkel, Georg? Aber Renate?“

„Renate? Ach, erstens ist sie nicht blond! Sowas nennt sich nicht blond, und zweitens: ist sie vielleicht ein Mädchen?“

Benno sagte, das verstünde er nicht. Georg wußte es selber nicht zu erklären. Nein, dachte er, sie ist weder Mädchen noch Frau, aber sie ist — — als wäre sie drei Nächte lang die Geliebte eines Gottes gewesen, und ist verzaubert von unsterblichen Küssen und überweltlicher Hoheit. — Aber wieso sagte ich nur eben, ich wäre für Dunkel? Magda ist doch blond — ja, deshalb liebte ich sie wohl auch nicht richtig! — Iris Runges elfenbeinernes Gesicht erschien ihm da und die türkisfarbenen Augen im schwarzen Oval der Haare.

„Zähle weiter, Benno, was giebt es noch?“

„Ach, der Frühling, Georg, einen deutschen Frühling, giebt es den vielleicht in Italien oder in Indien! Wenn die Ebenen noch ganz grau sind und ferne Wälder durchsichtig und kahl, und die Wolken gehen so niedrig und langsam übers Land. Der Wind ist feucht, man riecht die Erde, und irgendwo stehen schon Primeln ...“

„Ach, wohl, Benno, wohl, und ein deutsches Ährenfeld, du sagtest es schon! Diese Gelbe, und das lange Schwanken der glatten Mauer und Lerchen im Sommersonntag und ganz ferne Glocken!“

„Und bist du einmal im Herbst über Land gegangen, Georg —“