Von Abendglut gebräunt,

Liebling der blanken Wasser

Und Seelenfreund —

Ich sitze dir zu Füßen,

Aus Krankheit wieder erwacht.

Genesung zu versüßen,

Dein ist sie, ach brauch deine Macht!

Nun, gleich Verse? Nein, dieser Anlauf schoß wohl doch übers Ziel hinaus, und da sitz ich freilich schon fest. Ach, und nun seh ich erst, was ich da richtig in der Hand halte! Einen Bleistift, einen ganz schönen, ganz langen und ganz gelben Bleistift, gelb wie eine Primel, nein, was bist du schön! du siehst ja wie ein Prinz aus! Laß mal zählen: Eins, zwei, drei, vier — sechs Ecken und sechs Kanten, ich kann sie von den Fingerspitzen bis ins Handgelenk fühlen, wenn ich schreibe, und es laufen nur ganz lange schlanke Buchstaben aus einem so schlanken Gegenstand. Lieber Himmel, ein Bleistift — und macht glücklich. Ich halte einen Bleistift! Den Satz könnt ich hundertmal abschreiben wie eine Strafarbeit, aber das sollte keine Strafe sein, und beim hundertsten Mal würd ich noch nicht wissen, was er richtig bedeutet.

Still! Ganz langsam! Schreib was andres! Schreib: Das — Leben — ist — süß. Punkt. So. Ach, warum muß ich nun weinen?

an einem andern Tage