„Acht Bilder im ganzen,“ erklärte Bogner, „die zusammen gehören. Allerdings mehr inner- als äußerlich, wenn du auch auf den meisten eine Gestalt wiederkehren sehn wirst. Fertig sind allerdings erst drei. Es sind Heldendarstellungen, eine heroische Symphonie könnte mans nennen. Von den übrigen kannst du Studien sehn.“

„Wunderbar! Bekomm ich die alle geschenkt?“

„Ich möchte sie“, sagte Bogner lächelnd, „der Stadt schenken, Altenrepen, wenn du sie annehmen willst?“

„Mit tausend Freuden! Was willst du dafür?“

„Das wird mir noch einfallen. Aber du mußt ihnen ein Haus baun. Höre einmal, was ich mir ausgedacht habe.“

Und Georg hörte ihn langsam seinen Plan auseinandersetzen und sah ihn gleich kostbar entstehen vor seinen Augen. Einen Tempel, nicht eben groß, dem Andenken von Georgs Vater gewidmet. Er würde auf eine Anhöhe zu liegen kommen und die Form einer Sonnenblume haben, mit neun länglichten Blättern und einem Kuppelraum in der Mitte. Dieser würde leer bleiben, mit Eingängen zwischen den Blumenblättern, — Bogner schwankte noch, ob er die musizierenden Engel aus Renates Kapelle, um einige vermehrt, darin wiederholen solle, was Georg begeisterte, da sie bei Renate von niemand gesehen würden. Jedenfalls sollte der Mittelraum nur der Sammlung und Andacht dienen. An die äußeren Enden der Blätter würden die Bilder kommen; an das des neunten eine Statue, oder besser eine Büste des Toten.

Nun, Georg war Feuer und Flamme, aber Klemens murmelte einigermaßen grämlich etwas von „Archaisiererei“, die dabei herauskommen würde. Tempel, heute! Wer denn heut ein Gefühl für Tempel hätte, so daß es ein Gebilde der Zeit würde, zumal hier im Norden.

„Ich weiß nicht,“ sagte Bogner, „ob Tempel zeitliche Gebilde oder zeitgemäß sein können. Gott ist nicht zeitgemäß.“

„Gott nicht, aber der Glaube.“

„Dann müßte es mehr Götter geben als einen.“