„Wohnst du hier?“ fragte er. Sie nickte. „Lange schon?“
„Eine Woche bald. Ich war in Altenrepen erst, aber da wagt ich nicht, zu dir zu kommen. Dann schrieb Bogner — ich hatte ihm geschrieben —, ob ich nicht herüberkommen wollte, ihn besuchen, und es läge bei ihm alles drunter und drüber, — Gott, ihn hab ich ja auch im Stich gelassen, er hatte nun eine Haushälterin, aber die ging plötzlich, und so viel Ärger. So kam ich her. Von Magda hörte ich dann, du kamst heute, und bat sie, dir nichts zu sagen. Da hab ich gewartet.“
„Ich kam spät“, sagte Georg. „Ja — und weshalb bist du nun hier?“
Sie zuckte die Achseln. „Ich konnte nicht. Er ist zu krank. Ich hielt es nicht aus. Aber auch ohne das, Georg! Ich komme doch nicht los von dir.“
Georg lächelte innerlich, — sie war immer sehr einfach in Haltung und Erklärungen. Dabei sah er sie mit einem Ausdruck an, der ihr langsam sagte, daß er sie nicht liebe wie sie ihn und daß sie das wisse. Sie senkte den Kopf und legte wieder die Hand auf seine Schulter. Nach Sekunden sagte sie:
„Laß mich dir wieder dienen wie vorher, und ich werde dir dankbar sein.“
Georg begriff dieses stark. Lieben können genügt, dachte er, indem er sie an sich zog und sagte:
„Du kannst im Schlößchen wohnen. Es wird gut werden. Ich habe leider sehr wenig Zeit. Das Beste wäre vielleicht, daß wir heiraten. Ich habe keine Vorliebe für Unoffenes. Du sollst kommen und gehen dürfen.“
Sie hatte bereite das Gesicht erhoben und Widerstand gezeigt.
„Nein, bitte, Georg, das nicht! Dazu wäre ich gar nicht geeignet. Dazu hätte ich —“