„Der Mensch ist zu allem geeignet.“

„Aber ich kann doch nicht, Georg! Ich würde ganz unglücklich sein!“

„Ja, so wie Benno. Sei überzeugt: du wirst es auf irgendeine Weise. Möchtest du nicht Kinder haben?“

„Gar nicht! Vor fünf Jahren —, ja, da wär ich gestorben für ein Kind. Aber nun ist das —“

„Hab erst mal eins! Auch das Naturgesetz duldet keine Unterschlagungen. Aber das hat alles Zeit, überlegt zu werden. Wir können jede Methode versuchen. Wenn ich nicht so wenig Zeit hätte ...“

Überdem merkte er, daß er in Dinge hineingeriet, die ihn nach unten zogen; daß er bei all diesem übrigens nur halb mit Bewußtsein teilnahm, und er machte sich los von ihr und trat an das Fenster, während ihm der Tote erschien, jetzt etwas in Händen, das er ihm aufdrängen wollte, und plötzlich Renate in ihrem violetten Kleid.

Warum tu ich jetzt dieses? diese Pläne warum? Abzuschließen mit meinem Herzen. — Und vielleicht: um irgend etwas zu geben. — Plötzlich, auf einer Wagschale stehend, fuhr die Gestalt Renates sichtbar und mit so triumphierendem Schwunge nach unten, daß er die Augen erstaunt senkte.

Wie? mußte er fragen, ist Cornelia so viel leichter? Freilich war die Andre beschwert mit einer Last von Kleinoden, die ihm ins Auge brannten, da er sie bedachte, und diese hier war ganz schlicht.

Er trat wieder zu ihr, legte eine Hand auf ihre Stirn, sanft sie nach hinten drückend, küßte sie behutsam und sagte voll Liebe:

„Cornelia Ring! Das bist du. Ein schöner echter Ring; mit einem schönen, echten Stein. Und nun sollst du dich um mein Dasein schließen, willst du?“