„Schon ...? Bist du ...? Was hast du denn da gemacht?“ stöhnte er.
„Ich habe ihm gesagt, daß ich nun nicht mehr bei ihm bleiben könnte. Es war schrecklich ...“
Renate suchte ängstlich nach einem Ausweg für sich, aber Irene kam nun zu ihr, faßte ihre Hand, und Renate fühlte, daß sie innerlich zitterte.
„Was sagte er?“ fragte Klemens.
Irene, heftig Atem schöpfend, brachte heraus: „Nichts. Gar nichts. Er saß da und — sah mich an. Da bin ich wieder gegangen.“
Klemens hob die geballten Hände und schüttelte sie und schluchzte: „Du! schämst du dich denn nicht?“
„Eins, zwei, drei, marsch,“ sagte Renate kräftig, „entweder Sie beherrschen sich jetzt, Herr Doktor, oder Sie gehn Ihres Weges, Punkt.“
„Klemens! Klemens!“ flüsterte Irene angstvoll, aber er bearbeitete seine Stirn mit den Fäusten und weinte in sich hinein.
„Es fällt ihm ja so schwer, sich zu beherrschen,“ flüsterte Irene an Renates Ohr, „wir müssen Geduld haben.“
Überdem wurde er still, ließ die Hände fallen, blickte Irene verstört an und sagte: „Meinst du denn, ich wollte meinem Freunde seine Frau wegnehmen? Meinem Freunde, von dem ich alles habe, was ich bin? Das einzige, was er hat?“ Er kam auf Irene zu, sie streckte die Hände aus, er packte ihre Handgelenke, schüttelte sie rasend, drehte um und stürzte den Weg hinunter wie ein Trunkener. Irene hob, ihm nachsehend, ihre Handgelenke, wischte um die roten Eindrücke und sagte leise: „Du tust mir unrecht, Ot—, Kle—“ Sie schrak zusammen und flüchtete sich zu Renate.