Auf der Bank am Wasser saß ein Mensch, den Kopf in Händen, rote Strümpfe an den Beinen. Als Georg ihm näher kam, sah er empor, erhob sich, hatte ein schwarzes Kalikohemde an und war Klemens; sein Gesicht war so bleich mit roten Flecken, und die Augen flackerten, daß Georg, ihm die Hand reichend, fragte, bemüht, laut zu sprechen: „Ist Ihnen etwas, Klemens?“
Klemens wehrte hastig ab und sagte heiser und sich räuspernd: „Danke, nein, danke! — ja! mir ist nicht grade wohl, aber — es kommt jetzt nicht darauf an.“
„Setzen Sie sich doch,“ bat Georg, „oder wollen Sie einen Schluck Wein?“ Allein Klemens schüttelte den Kopf, er tränke keinen Alkohol.
Wer ihm denn dies Zeug gegeben habe, erkundigte sich Georg, um die Stimmung ein wenig zu heben. Es sei das Letzte gewesen, was er habe kriegen können, meinte Klemens, er habe Georg ja am Vormittag draußen gesucht, sei aber nicht zu ihm gelassen worden, und als ein Bekannter ihm Zutritt zur Burg verschafft habe, sei Georg nirgend zu finden gewesen.
„Da saß ich am Waldrand und schlief,“ meinte Georg gelassen, „und nun, was habe ich verschlafen?“
„Das“, bemerkte Klemens mit einem hastig prüfenden Blick, „kommt auf Sie an. Das heißt,“ setzte er hinzu, „das soll heißen, daß es dabei keinesfalls auf mich ankommt.“
Georg, da er nicht begriff, schwieg. Klemens blickte eine Weile geradeaus, wandte sich mit einem Ruck zu Georg und sagte: „Da wir bisher, ich darf wohl sagen, gute Freunde waren, eine grade Frage, — um das Ganze zu vereinfachen: Glauben Sie, der zu sein, für den Sie gelten?“
„Nein“, sagte Georg ruhig.
„Schön, eine grade Antwort,“ fuhr Klemens fort; „also, wenn ich Ihnen dies heut morgen als Neuigkeit mitgeteilt hätte, so würde es Sie in Ihrem Wege nicht abgelenkt haben?“
„Heute vormittag? Nein.“ Wie ruhig ich bin, dachte Georg; ja, all dies hat nun längst seine Erledigung gefunden.