Da standen die drei Schwarzen wieder, in Abständen voneinander, es war aber schon tröstlich genug, daß sie nicht entschwanden, sondern blieben. Lange Zeit war kein Laut zu hören. Endlich machte die tiefe und ruhige Stimme sich wieder auf:

„Wir sind gekommen, aber wir kommen nicht aus der Zeit. Aus Zeit ist unser Kleid, das schwarze, fremde. In Zeiten wüst und abenteuerlich, ging auch das Rechte und das Wahre, das im Licht verstummte, in Nacht gekleidet und vermummte sich in schwarzes Kappenzeug und schwarzes Hemde; zu richten über Ritterhelm und Diademe, Wirrnis zu schlichten, Böses zu vernichten, kam bei Nacht die Feme, Tore öffnend mit dem Zauberring, und nichts, das ihr entging.

„Fürchte dich nicht! Sei wie die sieben Lichter in unsrer Nähe nicht voll Angst und Graun, obwohl zu schaun nicht unsre Angesichter und unsre Namen dir verborgen sind. Dein Herz, das von Entsetzen noch gerinnt, samml’ es getrost, denn wir sind keine Schlimmen, sind Kläger nicht, noch Henker oder Richter, sind nur Stimmen, und was mit unsrer Zunge spricht, ist das Verborgene in deinem Herzen, sonst ists nichts.

„Denn wir sind eingedenk des Lichts wie du; obwohl wir gleichen ausgelöschten Kerzen, leuchten wir dir zu, auf daß es helle wird in deinem Herzen.“

Die Stimme schwieg. Georg, aus Schaudern in Schauder stürzend, fragte angstvoll, da das Schweigen dauerte:

„Was wollt ihr?“

Eine härtere, hellere Stimme, die von rechts zu kommen schien, sagte:

„Prinz Georg Trassenberg.“ Und nach einem Schweigen: „Vorgeblich.“ Und nach aber einem Schweigen: „In Wahrheit Sohn der Kaja Moscherowska.“

Georg fuhr mit dem Oberkörper nach vorn, öffnete den Mund, stammelte: „Ka—“ Aber der Sprecher zur Rechten erhob die Hand und sagte:

„Still! Wir klagen nicht an, wir urteilen nicht, wir richten nicht, wir nennen. Wir sind nur Stimme. Anklage, Urteil und Vollstreckung übt allein dein eigenes Herz.“