„Bravo!“ sagte Benno hochentzückt, „Du hast herrlich gesungen, ganz herrlich!“
„Guck mal da!“ antwortete die Sängerin, „da steht Fräulein von Montfort!“
Benno drehte sich um und sprang auf; sein heißes und gerötetes Gesicht wurde ganz dunkelrot, als er mit vielem Dienern auf Renate zukam, die Arme schlenkernd nach außen bewegte und lächelte und etwas stammelte mit seiner gebrochenen Stimme.
„Guten Abend, Benno,“ sagte Renate ihm die Hand reichend, „war das von Ihnen? Ach, machen Sie’s noch mal, es war so lieblich, bitte, wollen Sie so gut sein?“ fragte sie das Mädchen, in dem sie nun Bennos Braut erkannte, und das gleich bereit war. „Heliodora gebietet,“ sagte sie zu Benno, der sich maßlos wand und zierte, „also los!“
„Es ist aber ganz unbyzantinisch“, suchte Benno sich herauszuwinden. — Renate schwindelte es plötzlich, sie beherrschte sich mühsam, ging auf eine graue Bank zu und setzte sich. Bald darauf hörte sie das Klavier wieder, ihr schien, wehende Gartenzweige gingen vor ihr auf und nieder und die Sonne brannte. Aus Vogelgezwitscher schmetterte eine singende Stimme:
Lieblich ist Sommer mit Ähren und Mohn,
Ach und die Bäume entlaubten sich schon ...
Die Stimme, während das Klavier rumorte und aus der Fassung zu kommen schien, wurde wehmütig und murmelte:
Warfen die Kleider hin, steigen ins Grab;
Werf ich die Schuhe, die Kleider jetzt ab,