[2] Vielleicht wirkte auch die stärkere Mischung mit slavischem Blut bei den Meißnern auf diese Mißachtung.
[3] Katharinas Leichenprogramm C.R. VII. 1155. Nata ex nobili familia equestris ardinis in Misnia.
[4] Br. V. 792.
[5] 1733 bei M.D. Richter, Geneal Lutherorum, S. 750, „Alt- und Neu-Boren, Wendisch- und Deutschen-Boren“. Nossen liegt genau in der Mitte des heutigen K.-R. Sachen.
[6] Grimm, D. Mythologie, Göttingen 1835. S. 478. „Bor“ eigentlich Föhre, vgl. Fohre. — Der Name Bora wird sehr verschieden geschrieben: Bhor, Bohra, Bhora, Bor(a)ra, Bor, Bora, Borau, Boren, Born, Borna, Borna, Pora, lat. Boria, Bornia, Borana, Borenia, Borensis, griech. ἡ Βορεἰα. So steht sogar in ein und derselben Urkunde (27. Nov. 1534, Dresden, Copialb 82, Wiss. Beil. zur Leipz. Z. 70, S. 413 u. 414) oben „Hansen vonn Bora“ und unten „dem von Borau“. Auch auf dem Grabstein Katharinas in Torgau stand früher unten Borau, aber das Wort war schon vor 100 Jahren ganz von Salpeter zerfressen und ist jetzt gänzlich verschwunden. Keil, hist. Nachr. v. Geschl. L., S. 6.9. So wechselt auch durch die mundartliche Aussprache Torga und Torgau, sogar in derselben Urkunde, drei Zeilen von einander. Kolde, An. L. 200.
[7] Beste, 9. — Das Wappen ist auch auf K.'s Grabstein ausgehauen. Die Farben dazu wurden bei einer Renovation i.J. 1617 aus Eilenburg von einer an den dortigen Pfarrer Böhm verheirateten Enkelin Luthers geholt. Torgau. Kämmerei-Rechnung.
[8] Schon Hofmann 63 f. weist eine Anzahl Bora-Stätten ab. Ebenso G. v. Kirchfeld. a.a.o. S. 87-110, 113, 116-118. Aus Dohna stammt K. nicht, denn das dortige Bora-Haus am Markt kam erst 1573 in die Hände des Großneffen Katharinas: Clemens. Aus Moderwitz (s.o. S. 267) bei Neustadt an der Orla nicht, denn das dortige Gut war kursächsisch und gehörte der Familie Hayn, Motterwitz bei Leisnig aber denen von Bressen und das andere Motterwitz dem Geschlecht Staupitz, aus dem Luthers geistlicher Vater stammt. (Schmidt, Urkundenbuch S. 312: Günther von Staupitz auf Motterwitz, 1501.) Aus Schlesien stammt Katharina auch nicht, woher einmal ein alter Edelmann (Bernhard) von Bora, wahrscheinlich der Hauptmann von Oels, zu Luther nach Wittenberg kam und sich bei ihm über den Schwärmer Schwenkfeld Rats erholte. Denn dies schlesische Geschlecht heißt eigentlich Borau-Kessel und hat ein ganz anderes Wappen: im silbernen Feld nebeneinander drei rote Rosen und gelbe Butten. Br. VI, 647. Noch weniger stammt K. aus Ungarn, wie auch einmal behauptet wurde (Hofmann 64). Diese Meinung rührt wohl daher, daß der ehemalige Wittenberger Bürgermeister Christoph von Niemeck, dessen Mutter wohl eine Maria von Bora aus Zulsdorf war (s.o. S. 270 f.) in Ungarn Fundgrüberei trieb und dort (1564?) starb. (Seidemann, Ztschr. f. hist. Th. 1860, S. 529.) — Aus Simselwitz bei Döbeln kann K. auch nicht herstammen, weil die dortige Bora-Linie schon 1490, d.h. vor ihrer Geburt ausstarb (G. v. Hirschfeld a.a.o.).
Bisher hatte die Ueberlieferung sehr allgemein und zu verächtlich behauptet. Katharina von Bora sei in Steinlausig an der Mulde (setzt „Muldenstein“), ein paar Stunden nördlich von Bitterfeld auf die Welt gekommen, weil 1525 nach dem Tode Friedrichs des Weisen ein dort begüterter Ritter, Hans von Bora, nach Wittenberg gekommen ist und dem neuen Kurfürsten Johann Erbhuldigung gethan und dort eine Luther-Linde steht(!). Ja, es wurde sogar erzählt, daß Katharina in das dortige Kloster eingetreten sei. Diese Ansicht wurde festgehalten auf Grund der Nachricht von Mayer (S. 7): „welches wir in der Weimarischen Bibel (1641!) aufgezeichnet gefunden“, wo es heißt. „Geborene auß dem Adelichen Geschlechte derer von Bora, so in der Chur oder (!) Herzogthumb Sachsen zu Stein-Lausig (!) seßhaft gewest, wie auß der Ritterschaft im Chur-Kreiß Erbhuldung zu Wittenberg (!) 1525 zu vernehmen.“ Aber um 1500 war Stein-Lausig („Lussigk“, eine wüste Mark), wie die ganze Gegend _kur_fürstlich, und dieser Hans von Bora _kur_fürstlicher Vasall (daher er eben dem _Kur_fürsten huldigt) — während doch Katharina aus Meißen stammte und Unterthanin des Herzogs Georg war. Dieser Hans v.B. auf Steinlausig starb auch ohne Söhne, so daß sein Leben an Luthers Gevatter, Hans von Taubenheim, kam. Steinlausig endlich war ein Männerkloster! (Emil Obst, „Muldenstein und Steinlausig“, Bitterfeld, Selbstverlag, 1895, S. 30-35). Vgl. Wezel, S. 421. — Bemerkenswert ist, daß um 1520 in Nimbschen eine Katharina von Lausigk Bursarin war (Urkundenb. 166). Vielleicht suchte man Katharinas Geburtsort auch darum in Stein-Lausig, weil die Gemahlin von Katharinas Bruder Hans, Apollonia geb. von Marschall, verwitwete Seidewitz, aus Jeßnitz stammte. So hießen fünf Orte, darunter der bedeutendste: die Stadt Jeßnitz, nicht weit nördlich von Steinlausig. Thatsächlich ist aber das Dorf Jeßnitz bei Döbeln ihre Heimat. Br. VI. 705.
[9] Zulsdorf. (Zülsdorf, Zöllsdorf, Zölldorf, Zeilsdorf u.s.w.) „das wüste Dorf oder die Wüstung Czollsstorff“ (a. 1105: Zulänestorff), burggräflich-leisnigsches Lehen, gehörte zur Pfarrei Kieritzsch. Nixdorf: „Holzmark zw. Z. u. Kieritzsch“. Archiv f. Sächs. Gesch. 1864, S. 209. 97. Vgl. Br. VI, 705. Wezel 413. [Transkriptions-Anmerkung: Die genaue Position des Verweises im Text nicht markiert.]
[10] Beste 12.