Sie gingen ohne Treiber, geradewegs nach Jerusalem. Und als sie in die Stadt gekommen waren, liefen sie unbeirrt durch Lärm und Gedränge die Gassen entlang. Sie atmeten, wie sie in der Nacht geatmet hatten, als sie mit ihrem Hauch das Christkind in der kalten Erdhütte wärmten.

Ein Lümmel warf einen Stein nach ihnen, doch der Stein glitt an ihnen ab wie eine Feder: sie spürten seine Berührung nicht und zuckten nicht einmal zusammen.

Das Rößlein und das Öchslein gingen schnaufend die Gassen entlang. Ihre Augen waren wie Menschenaugen, hell und klar. Und wenn sie hätten reden können, so hätten sie gesagt — sie brachten ja die Kunde von der Geburt des Heilandes — so hätten sie gesagt, daß in dieser Nacht der Herr Christus geboren sei, der Erlöser, daß sie ihn gesehen hätten und daß er sie gesegnet hätte.

Kinder, Pilger und Narren neigten sich vor dem Roß und dem Ochsen, wo sie ihnen begegneten.

Nachdem sie die ganze Stadt durchschritten hatten, verschwanden die beiden jenseits der Stadtgrenze.

Und sie gingen weiter die Landstraße entlang, wie sie auch heute noch gehen und immer weiter gehen werden, bis das Ende aller Tage gekommen ist. Und in der letzten Stunde werden sie reden . . . sie werden reden, die Stummen, das gesegnete Rößlein und der Ochse.

Am Abend desselben Tages erschienen in Jerusalem die Hirten von Bethlehem, vier Hirten.

Sie gingen durch die von Menschen erfüllten Gassen, aber es war, als sähen und hörten sie nichts von dem, was rundum geschah. Sie machten auf den Plätzen halt und stimmten einen seltsamen, unverständlichen Gesang an.

Sie sangen das Lied der Engel:

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!“