Und die dunkle Straße geriet gleich den Sternen am stillen Himmel in wirbelnde, kreisende Bewegung.
Als sie alle Gassen durchschritten hatte, verschwand Solomonida jenseits der Stadtgrenze.
Und sie ging weiter die Landstraße entlang, wie sie heut
noch geht und von dem Christkind erzählt und vor Freude weint, und wie sie gehen wird und weinen, bis das Ende aller Tage gekommen ist. Und in der letzten Stunde wird man sie verstehen, die gesegnete Greisin Solomonida.
Und eine bange Spannung legte sich über die königliche Stadt, das große Jerusalem.
Drüben aber vom Eismeere her, vom Ozean, wo der Wind die blauen Eiszacken bis zum Himmel emportreibt, durch Sümpfe und Ströme, durch Wälder, durch Feuer und Rauch schritten die drei lappländischen Zauberer und Könige dem Sterne Christi nach.
Ihre königlichen Gewänder waren beschmutzt und zerschlissen, die Fetzen hingen ihnen, wie Bettlern, von den Schultern herab, und nur die Königskronen strahlten wie Sterne.
Am dritten Tage brachte der Stern die Könige nach Jerusalem. Der Stern erhob sich über die Königsstadt und verschwand.
Und als die drei Zauberer in den Gassen Jerusalems erschienen und zu fragen begannen, wo Christus, der König geboren sei, dessen Stern sie gesehen hätten, da geriet die Königsstadt in große Aufregung.
„Wo ist Christus, der Heiland der Welt, geboren?“ fragten die Zauberer die Leute auf der Gasse. „Wo ist der König geboren?“