Von den Mouches redete die Tante sehr oft und immer mit großer Rührung. Sascha aber wollte dann sofort eine Mouche haben und beruhigte sich nicht eher, als bis man ihr eine lebendige Fliege gefangen hatte.
„Ganz die Mutter,“ sagte die Tante und erging sich weiterhin für sich allein in köstlichen Erinnerungen an ferne schöne Zeiten, die den jetzigen so gar nicht glichen.
Du magst die ganze Welt nach einem zweiten Mädel absuchen, das ebenso eigensinnig wäre, — du findest keins.
Was Sascha haben will, das setzt sie alles durch.
Und auch eine so wilde Hummel findest du nirgends mehr. Wenn es mal über sie kommt, dann gibt es kein Halten. Dann läuft sie die Hände waschen, und ehe man ihrer habhaft geworden ist, ist sie bis an die Schultern pitschenaß. Dann maust sie dem Onkel Andrej den Tabak und macht sich ans Zigarrettendrehen, — und natürlich ist in wenigen Augenblicken der ganze Tabak auf dem Boden verstreut.
Sascha geht gern in die Kirche zur Messe. Kaum hört sie die Glocken läuten, so hat sie keine Ruhe mehr. Sie wird von Mama begleitet. Oder von Tante Lena. Im Winter geht sie seltener, im Sommer öfter. Im Sommer bringt sie auch Blumen für Großvater auf den Friedhof.
Alle wissen, daß Sascha und der Pfarrer gute Freunde sind. Der Pfarrer, Vater Eutychios, schickt ihr oft eine Hostie, und zu Pfingsten bekam sie Blumen vom Altar. Als dann der Pfarrer am ersten Weihnachtstage mit dem Kreuz ins Haus kam, sang Sascha ihm den ganzen Weihnachtschoral vor und sprach alle Worte richtig aus.
Wenn Sascha das Abendmahl bekommen soll, passiert allemal was: entweder fängt sie irgend etwas zu erzählen an, und
zwar so laut, daß man es in der ganzen Kirche hört, oder sie verlangt, daß der Priester zuallererst zu ihr komme, oder sie singt, aber nicht was vorgeschrieben ist, sondern was ihr gerade einfällt.
Singen tut Sascha überhaupt sehr gerne. Sie liebt es auch, wenn andere singen.