„Es geht nicht,“ wiederholte sie. „Bitte, fragen Sie mich nicht. Ich will das nicht.“
Aber wann hätte der Türke je guten Rat angenommen! Er bestand auf seinem Stück: du mußt es mir sagen! Er schwur, daß er ihr Geheimnis keinem verraten und auch nicht lachen werde: auf ihn, den Türken, könne man sich verlassen.
„Alles geht,“ sagte er, „und das nicht? Warum denn nicht? Warum nur?“
Aber sie preßte den geheimnisvollen Gegenstand nur noch fester in ihrer Faust zusammen und schwieg. Es schien, als könnte keine Gewalt auf Erden ihr das Geheimnis entreißen, selbst wenn alle Schutzleute vom Newskij sich mit ihren kräftigen Fäusten auf sie gestürzt hätten. Sie weigerte sich, auch nur ein Wort zu sagen.
Dieser kindische Trotz ärgerte den Türken. Er gab keine Ruhe. Er mußte Rosas Geheimnis wissen. Er rollte die schwarzen, brennenden Augen. Er packte Rosas Hand. Und sie öffnete die Faust.
Anfangs verstand der Türke nichts. Er traute seinen Augen nicht.
„Eine Krawatte?!“
Sie hielt eine ganz gewöhnliche, genähte, schwarze Krawatte in der Hand — das Mittelstück, das wie ein schwarzer Schmetterling aussah.
Und Rosa fing an, ganz schnell, stotternd, einzelne Worte bald verschluckend, bald wiederholend, zu reden. So flüstern Kinder, wenn sie sehr froh sind, der Mutter ins Ohr:
„Weißt du, Mama —“ oder, wenn sie sich schuldig fühlen, ängstlich und bitter: „Ich will es nie mehr tun!“