„Beruhige dich doch,“ sagte er und streichelte sie, „was liegt denn an einem Schlips? Bei Gott, ich habe nichts Böses gesagt!“

An die Tür wurde geklopft. Und es war, als klopfte man nicht nur an die Tür, sondern an alle Wände und an die Decke, nicht mit der Faust, sondern mit einem Hammer.

Der Türke mußte öffnen: man hätte sonst die Tür aufgebrochen.

Ein Polizeiwachtmeister, ein Schutzmann, der Zimmerkellner, ein Droschkenkutscher und ein Frauenzimmer, wohl aus der Stube nebenan, traten ein.

„Was geht hier vor?“ fragte der Wachtmeister und betrachtete den entkleideten Türken und die auf dem Boden liegende Rosa mit strengen Blicken.

„Nichts,“ erwiderte der Türke, „ich habe gar nichts getan!“ Und er stürzte sich auf Rosa, hob sie auf und setzte sie, so gut es ging, auf das Sofa.

Rosa beachtete die Leute gar nicht, sie sah und hörte nichts, sondern winselte nur und schluchzte.

Der Wachtmeister befahl Abdul Achad sich anzukleiden. Der Türke sollte ihm auf die Polizeiwache folgen, wo man die Sache zu Protokoll bringen werde.

Was hatte er denn getan? Hatte er sie denn geschlagen? Hatte er ihr etwas Kränkendes gesagt? Nichts, rein gar nichts! Nichts Böses hatte er ihr getan, ja nicht einmal gedacht.

Der Türke zog sich hastig an, wie einer der sich schuldig fühlt. Aber die Hände wollten ihm nicht gehorchen. Kein Knopf ging zu. Rund herum aber standen die Leute und gafften ihn an wie einen ertappten Taschendieb, und schienen ihm zuzuzwinkern: „Was sagst du nun? Haben wir dich doch?“