Marja nahm sie einmal zum Heuerntefest mit und stellte sie in den Reigen. Das Mädchen liebte es, im Reigen zu stehen. Und als der Reigen durch die Dorfstraße zog, erhob sich ein Wind und warf das Mädel um. Seit jener Zeit waren ihre Beine gelähmt, und sie konnte nicht mehr gehen.

Sie lief nicht wie die andern Kinder umher, sondern lag den ganzen lieben Tag still.

Eine wunderliche Sache: ihr Körper wuchs weiter, aber ihre Beine blieben, wie sie waren: kleine Kinderbeinchen.

Noch mehr Menschen kamen nun zu Tschabak, und das Glück überschwemmte die Welt.

Aber es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch an die Sonnen.

Eine wandernde Nonne entdeckte auf Sanofas Glückshand kleine Kreuzmale, es waren aber

keine gewöhnlichen Kreuze; und danach kam Foma, der heil zur Wallfahrt auszog, ohne das eine Bein zurück; dem Jerjoma wurde ein Auge ausgeschlagen; Katerina, des Schulzen Enkelkind, heiratete, lebte ein Jahr in glücklicher Ehe, begann aber im zweiten Jahr zu trinken; Baran, den man als Boten nach Petersburg geschickt hatte, kam nie wieder heim; der bewußte Mitroschka aber bekam einen Nabelbruch.

Nun geschahen Dinge, die man auch einem Narren nicht zu deuten braucht.

Je älter Sanofa wurde, um so mehr wuchs das Geschäft ihrem Vater über den Kopf. Der alte Kornej wollte die Tochter noch bei seinen Lebzeiten verheiraten und dann ruhig sterben. Er schickte Freiwerber aus. Gar mancher Freier kam ins Haus. Viele wurden durch den Reichtum angelockt: Tschabak war ja der reichste Mann im Dorf. Es kam aber nichts dabei heraus. Gar mancher Freier hätte gern zugegriffen, aber im letzten Augenblick hatte er doch nicht den Mut. Einen gar zu seltsamen Blick hatte Sanofa: wie ein Messer drang er einem ins Herz. Vor solchen Augen konnte man nichts verbergen. Darum kam auch nichts zustande.

Sanofa konnte die Freier nicht leiden und machte dem Vater oft Vorwürfe. Mit dem Alten hätte aber auch der Teufel nicht fertig werden können: so trotzig und eigensinnig war er.