Sie aber hielt sich im Hause versteckt, lag am Fenster, sah alles — über drei Felder hinweg konnte sie sehen —, und hörte alles — durch drei Wälder hindurch konnte sie hören.
Sie sah alles und hörte alles, und das Herz verging ihr; aber aufstehen konnte sie nicht.
3
Öde ist es nun im Hause des alten Tschabak.
Wo das Volk sich einst so drängte, daß die Wände erbebten, hört man weder Lachen noch Trampeln, und draußen vor dem fest verschlossenen Tor sieht man keine Pferdespuren mehr.
Ein Christenmensch kommt um nichts in der Welt in den Hof; er wird lieber an der Schwelle sterben als das Haus betreten.
In den Stuben sind überall Kräuter aufgehängt. Und sie duften so scharf, daß man sich kaum auf den Beinen halten kann. An allen Wänden sind Vögel gemalt: Sanofa hat sie selbst gemalt, es sind aber keine richtigen Vögel, sondern eher geflügelte Kater. Diese Vögel machen es, daß die Wände und das ganze Haus gleichsam davonfliegen möchten.
Nicht geheuer ist es in den Stuben.
Wenn die Mutter mit der Hausarbeit fertig ist, setzt sie sich zu Sanofa. Sie schaut die Tochter mitleidig an und weiß nicht, was sie anfangen soll. Sanofa aber liegt mit offenen Augen da, und
in ihren Augen brennt etwas, was man mit keinem Wasser löschen kann.