Sanofa pflegte der Mutter zu sagen:

»Glücklich bist du! Hast dein Leben gelebt, hast getanzt und gesungen, hast so getanzt, daß die Leute herbeikamen, um dich zu sehen. Und ich habe nichts.«

Die Alte erhob sich, schüttelte ihren grauen Kopf, und die Adern an ihrem bronzenen Hals schwollen an.

»Nein, Sanofa, du bist schön und stark, und keine ist so schön wie du!«

Sanofa hörte es nicht und sprach weiter:

»Du bist glücklich. Es muß ja auch glückliche Menschen geben! Wer hat es so eingerichtet? Und was habe ich verbrochen? . . .«

»Nichts hast du verbrochen. Aber die Menschen sind so schlecht.«

»Die Menschen? Sind sie glücklich? Ich aber kenne keinen glücklichen Augenblick . . .«

Die Alte richtete sich auf und sagte:

»Gehen wir von hier fort, Sanofa. Verlassen wir dieses Haus, verlassen wir alles, dann finden wir unser Glück . . . Ziehen wir in die Steppe, in die Freiheit . . .«