Der Garten verwilderte von Sommer zu Sommer immer mehr. Die Blumenbeete wurden von Unkraut überwuchert, und die Blumen gingen zugrunde. Wildes Steppengras drang in alle Winkel ein. Die Baumäste neigten sich zur Erde, die Schatten wurden immer dicker und vertilgten jedes Licht.
Nachts wurde Sanofa von Träumen heimgesucht; schreiend riß sie sich von ihnen los und lebte dann den ganzen Tag unter ihrem Schatten.
An solchen Tagen sprachen Mutter und Tochter nicht miteinander. Sie sahen sich nur an. Zuweilen war es ihnen zu schrecklich, einander auch nur anzuschauen.
Die Alte legte Karten.
Die Karten prophezeiten nichts Gutes: ›Schlag‹, ›Unannehmlichkeiten‹ und ›Nachtlager‹. Das bedrückte das Herz mit unsagbarer
Schwere, und alles endete mit dem ›Gastmahl‹ — der Piquedame.
Nur selten kam es vor, daß ein Morgen das Haus wie mit strahlendem Glück erleuchtete.
Sanofa erwachte und rief:
»Mütterchen, wenn du wüßtest, was mir heute geträumt hat?«
Die Alte lief zur Tochter: