Makkaroni
Wir standen am Rande des Kraters. Der Lange, der seit so vielen Monaten nicht von mir weicht und mir fortwährend allerlei Dummheiten erzählt, sprang, ohne sich die Lippen abzulecken, glatt hinüber, ich aber stürzte hinein. Mit unendlicher Mühe, mich im Finstern an die Kleiderhaken festklammernd, klettere ich an die Oberfläche. Der Lange ruft mir aber zu:
»Komm schneller heraus. Sonst werden die Makkaroni, die ich gekocht habe, kalt. Gesalzen sind sie auch schon!«
Scher dich zum Teufel mit deinen Makkaroni! Die Finsternis ätzt mir die Augen. Wenn ich doch nur herauskriechen könnte . . .
Der Sieger
Eine rote, glühende, mit dünner Asche bedeckte Steppe. Zwei rote, kräftige Kämpfer haben sich in verzweifeltem Ringen umfaßt. Und der, der älter aussah und dessen Körper gebräunter war, blieb Sieger. Ich stürzte zu diesem Sieger hin, ergriff seine Hand, biß mich mit den Zähnen in sie hinein, berauschte mich am dunklen, dicken Blut, das aus der Wunde emporsprudelte, und blickte ihm in die Augen, die vor Schmerz trüb geworden waren. Ich blickte ihm lange in die Augen und wußte es ganz gewiß: gleich wird er seine Hand befreien und mich mit einem Schlage zermalmen.
Das Blut aber sprudelte unaufhörlich.
Der Leichenwagen
Wir wateten lange durch den Fluß, nur unsere Köpfe ragten aus dem Wasser. Mein vor mehreren Jahren verstorbener Freund, der immer betrunken ist und ein rotes, aufgedunsenes Gesicht hat, geht voraus, und ich gehe ihm nach. Er geht mit trägen Schritten, den zerzausten grauen
Kopf auf die Brust gesenkt, blickt manchmal zurück und blinzelt mir zu. Endlich erreichen wir ein Haus und kommen, naß wie wir sind, in den Saal. Im Saale findet gerade ein Ball statt; wir sehen viele tanzende Paare und hören lustige Musik. Alle bleiben plötzlich stehen, alle Blicke sind auf uns gerichtet. Wir aber sind patschnaß.