Ich bin nicht in meiner Stadtwohnung, sondern irgendwo in einer Villa am Meer. Ich wohne nicht allein, mit mir zusammen wohnt T. Jeden Morgen baden wir im Meere, erst er, dann ich.

Unsere Petersburger Köchin Karassjewna erzählt:

»Nach dem andern Herrn fische ich aus dem Meere ganz winzige Teufelchen heraus, aber nach Ihnen, gnädiger Herr, einen Teufel von dieser Größe!«

Ich weiß nicht, was ich der Köchin darauf sagen soll: die Alte hat die Hände auseinandergespreizt und will mir zeigen, wie groß der Teufel war, den sie herausgefischt hat. Ich blicke von ihr weg und schaue auf die Birke: vor dem Haus steht eine alte Birke.

Neben der Birke steht ein weißes Pferd. Ich schaue auf das Pferd. Ein Spatz fliegt vorbei, hüpft dem Pferd auf den Kopf und beginnt ihm die Augen auszupicken. Und er pickt sie ihm gänzlich aus. Blut fließt aus den Augenhöhlen.

Neben der Birke steht das weiße Pferd, das Blut fließt. Und ich weine, und meine Tränen fließen wie das Blut.

Die Zwergin

Wir gehen beide über den Platz an der Frauenkirche, ich und mein Freund, der Hofmusiker im himbeerroten Rock. Ich zeige dem Musiker die Stadt Nürnberg, die Türme, die so schwarz sind wie das schwärzeste Gußeisen, und die lilagrauen, wie mit Asche überpuderten Häuser.

Wir gehen und sprechen miteinander. Es ist mir so lustig zumute, das Herz zittert vor Freude. In mildem, goldenem Lichte strahlt der Schöne Brunnen. Plötzlich besinne ich mich, daß ich nach Hause muß: zu Hause habe ich etwas vergessen, weiß aber nicht mehr, was . . . Ich lasse den Musiker stehen und gehe. Ich gehe aber nicht mehr durch Nürnbergs Straßen, sondern durch die Tawritscheskaja zu Petersburg.

Schon im Vorzimmer höre ich Lärm, Nun weiß ich es: es ist die, der ich erlaubte, eine einzige Stunde in meinem Zimmer zu bleiben; nun sitzt sie immer noch da.