Ich sage mir: ›Ich kann ihr doch nicht ins Gesicht sagen, daß sie fortgehen soll. Ich will es ihr freundlich vorhalten, ich verstehe ja auch freundlich zu sprechen!‹

Ich trete in mein Zimmer, es ist auffallend groß, viel größer, als es in Wirklichkeit ist. Es ist mir aber nicht mehr um das Zimmer zu tun — ich fühle, wie sich mir der Magen umdreht. Es ist ja auch wirklich unerhört: ich hatte es ihr allein erlaubt, und nun sitzen ihrer drei da; sie haben sich auch nicht für eine Stunde niedergelassen, sondern für immer.

Die eine, der ich es selbst erlaubt hatte, schreibt auf meinem Papier; die andere, die ich gar nicht kenne, eine alte Zwergin, liegt auf dem Sofa; und die dritte liegt im Bett, und ich kann ihr Gesicht gar nicht sehen.

»Welches Recht haben Sie«, sage ich, »sich in meinem Zimmer niederzulassen? Ich habe es Ihnen nur für eine Stunde erlaubt, und auch nur Ihnen allein!«

»Wo soll ich denn hin?« sagt der zudringliche Gast, ohne vom Papier aufzublicken.

»Das geht mich gar nichts an! Ich kann es nicht dulden, daß Sie in meinem Zimmer bleiben! Verstehen Sie mich?« Die alte Zwergin aber streckt vom Sofa die Hand aus und packt mich plötzlich am Rockschoß.

»Nun weiß ich, um was es sich handelt!« sagt die Zwergin und zieht mich gehässig zu sich heran.

Der Haß versengt mich, ich will mich losreißen, aber ihre Hand hält mich fest.

Der Fuchs

Ein herbstliches Feld. Das Korn ist abgemäht und zu Garben gebunden; die Gerste steht noch da, und ihre Bartfäden ragen empor; zärtlich und liebevoll ranken die Erbsen. Plötzlich erscheint ein Fuchs, ein riesengroßes Tier, der Schwanz allein ist ein ganzer Pelzmantel.