Tagen kümmerte sich kein Mensch um die Großmutter, man hatte sie vergessen, und die beiden saßen oft wochenlang ohne einen Bissen.

»Großmutter«, Petka sprang auf, »hörst du es?«

Großmutter legte den Löffel weg und knabberte an einer Brotrinde.

»Großmutter . . .« Petka sah zum Klappfenster hinaus.

Großmutter rührte sich nicht. Sie schüttelte den Kopf wie beim Besuch des Räubers.

»Großmutter, man schießt!« und mit diesen Worten lief Petka zur Tür hinaus.

Es wurde irgendwo ganz weit auf der Twerskaja geschossen, und das dumpfe Dröhnen klang auf dem Semljanoj-Wall wie von unter der Erde. Die Fensterscheiben erklirrten.

Großmutter hatte noch nichts gemerkt, Petka hatte es aber sofort gehört. Und nun hörte es auch die Großmutter; sie bekreuzigte sich wie bei einem Donnerschlag.

Es begann eine unruhige Zeit. Das Unglück stand an jeder Ecke, an jeder Straßenkreuzung; es lauerte unersättlich, dunkel, strafend bei Tag und bei Nacht, wo viele Menschen versammelt waren und auch, wo es gar keine Menschen gab.

Großmutter hatte Angst, Petka von ihrer Seite zu lassen. Wie leicht konnte ihm etwas zustoßen: Großmutter sah in den Leuten, die die Fabrikarbeiter zum Streik ermunterten, in den Freischärlern, in den Kosaken und Dragonern, die die Sadowaja