zum Kursker Bahnhof passierten, lauter Räuber. Und es wurde immerfort geschossen: irgendwo in Kudrino, und auf der Presnja, und gleich in nächster Nähe, auf der Mestschanskaja; in einem fort wurde geschossen, und das Gedröhn drang immer lauter in die Kellerstube hinein; es klang, als ob man mit Peitschen knallte oder trockene Äste abbräche.
Seit dem Nikolatage konnte Großmutter keine Nacht mehr schlafen: sie paßte auf Petka auf, wie sie in den ersten Wochen auf das Hähnchen aufgepaßt und wie Petka selbst, am Spalt hinter dem Schuppen lauernd, auf die Truthenne mit dem Hühnerei aufgepaßt hatte.
Den Jungen zog es hinaus, er konnte nicht zu Hause bleiben, er konnte nicht ruhig sitzen.
Petka lief mit den anderen Jungen nach der Sucharewka fort; Großmutter lief hinter ihm her.
Das war einmal eine Zerstreuung für Petka: früher pflegten die Jungen auf dem Eise eine Rodelbahn zu bauen: jetzt galt es, die Straße zu versperren.
Petka griff nach einer Telegraphenstange.
»Schlepp sie her!« schrie der Bengel der Großmutter zu.
Was sollte Großmutter machen? Vor Angst zitterten ihr die Hände, wie konnte sie überhaupt daran denken, eine Telegraphenstange zu schleppen! Sie konnte nicht einmal einen Kienspan halten. Großmutter hob ein Häuflein Späne vom Boden auf und trug es hinter den Kindern
her. Und sie legte ihr Scherflein auf die gemeinsame Barrikade, auf den Haufen des aufgestapelten Krams, zu den Kisten, Gittern, Telegraphenstangen und Ladenschildern.
»Bravo, Großmutter!« spotteten die Leute über die Alte; ein Hausmeister mit einem Räubergesicht grinste, indem er frierend einen Fuß gegen den andern schlug.