»Gib Geld her, Alte!« drang der Räuber auf sie ein.

Großmutter schüttelte den Kopf: »Du kannst mir den Kopf abhacken, aber ich habe nichts!«

»Du sagst, du hast nichts?« drang der Räuber auf sie ein.

»Bei Gott . . . nein . . .«

Der Räuber packte die Großmutter am Kragen und stieß sie mit der Nase gegen die Kommode.

»Such, sage ich!«

Großmutter tastete unter dem Heiligenschrein herum und reichte dem Räuber wortlos — sie konnte vor Angst die Zunge gar nicht bewegen — die drei Knäuel: den Knäuel Stricke, den Knäuel Bindfaden und den Knäuel bunte Schnur, alles, was sie während der vielen Jahre zusammengebracht hatte . . . Der Räuber hieb auf die Alte mit der Faust ein, ein Knäuel kam ins Rollen, Großmutter kauerte nieder, wie die Truthenne vor Petka, und blieb starr am Boden sitzen.

Der Räuber wirtschaftete indessen nach Herzenslust: er stürzte Großmutters eisenbeschlagenen eichenen Koffer um, warf die ganze Leichenausstattung heraus: das Hemd, das Leichentuch, die Pantoffeln und die Leinwand, riß die Tür des Kleiderschranks auf, sah in den Kleiderschrank hinein — da war nichts! und machte sich an die Kommode: er durchstöberte alle Schubladen, nahm alles heraus — aber auch in der Kommode war nichts! Die mittlere Schublade ließ sich nicht herausziehen: er arbeitete lange an ihr herum und konnte nichts machen . . .

Das rollende Knäuel weckte das Hähnchen; es kam unter dem Sofa hervor, schlug mit den Flügeln

und krähte mit heiserer Stimme wie um Mitternacht. Es krähte zu seinem eigenen Verderben, das kleine gelbe Hähnchen mit dem Schöpfchen . . .