Heiliger Gott, Heiliger Starker,

Heiliger Unsterblicher,

Sei uns gnädig!

Atja nimmt an jedem Gottesdienst teil. Er steht im Chor und singt mit, es kommt dabei aber nichts Gescheites heraus: er kann sich unmöglich den Küstern anpassen; die Küster sind ja einer älter als der andere!

»Mein junger Psalmleser«, sagt Großvater anerkennend, »morgen müssen wir nach Polom zu einem Dankgottesdienst.«

Und Atja begleitet seinen Großvater in die Dörfer und Kirchdörfer, hält mit ihm Gottesdienste ab und ißt Ochsenfleisch mit Brei. Atja kommt sich selbst wie ein echter Hilfsgeistlicher vor; wenn er älter wird, so wird er auch Geistlicher sein wie der Großvater; Onkel Arkadi wird ihm nicht mehr das Haar scheren dürfen: er wird langes Haar tragen, bis zum Gürtel wird es ihm reichen; und er wird es nicht in zwei Zöpfe flechten wie der Großvater, sondern in zweiundzwanzig.

Onkel Arkadi! Endlich ist er angekommen und hat eine Menge Netze und Angeln mitgebracht; die Angelhaken allein füllten beinahe den großen Reisekorb. Atja angelt. Die Fische lassen sich gern von ihm fangen: einmal hat er einen so großen Brachsen gefangen, daß keine Pfanne groß genug war, um ihn zu braten; man könnte ihn wirklich wieder schwimmen lassen. Und Atja lacht.

An den Abenden gibt es eine neue Zerstreuung: die Dohlen. Die Dohlen haben die Angewohnheit, jeden Abend vom Felde in den Garten zu kommen und im Gartenhause ihr Nachtquartier aufzuschlagen. Nach ihrem Besuch sieht es aber im Gartenhaus gar nicht schön aus. Aber man kann doch nicht wegen der Dohlen den Tee im Zimmer trinken! Der Tee will doch mit Behagen getrunken werden: man liebt in Kljutschi das Teetrinken über alles, besonders aber im Freien. Onkel Arkadi pflegt die Dohlen zu verscheuchen:

er schüttelt die Bäume und schreit so durchdringend auf, daß nicht nur die Dohlen davonfliegen, sondern auch der Zaun wackelt, die Fenster in der Kirche klirren und selbst die noch nicht eingesegneten Toten unter dem Glockenturm sich irgendwohin verkriechen möchten, zum Beispiel in das alte Badehaus. Atja kann es absolut nicht lernen, die Dohlen zu verscheuchen und wie der Onkel zu schreien.

»Großvater, die Bienen singen!« meldet Atja.