Vor Wehmut vergehn . . .

Das Lied einer Straßensängerin drang von irgendwoher in den Hof des Gymnasiums und kam aus dem Hof, zugleich mit der Frühlingsluft, zum Fenster herein. Und Atja lächelte unter Tränen.

Wo soll er nun seinen Stern — seine Prinzessin suchen?

Das Opfer

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Jeder, der das alte Suchotinsche Gut ›Gottessegen‹ auch nur einmal besucht hat, wird es mit gutem Gewissen loben können. Nicht zum Spott trug es von alters her seinen Namen, und einen besseren könnte man, soviel man auch klügelte, gar nicht finden: es gab zwar in seinen Gärten keine Weintrauben, auch sangen da keine Paradiesvögel, doch der Segen Gottes ruhte sichtbar auf dem guten Lande.

Das alte, von Säulen flankierte Herrenhaus, die Ahornallee, der Obstgarten, die Wiesen, Felder und Wälder, Vieh und Menschen — kurz alles, was es in Gottessegen gab, rief nicht nur bei den Nachbarn, sondern auch bei jedem andern Menschen, der auf der Durchreise geschäftlich oder sonst aus irgendeinem Grunde in die Gegend kam, helles Entzücken hervor; selbst bei dem blasierten, elegant zurechtgestutzten Petersburger und dem zerzausten, verwöhnten Moskauer.

Das Haus war reich, wohl bestellt und in musterhafter Ordnung. Bei Gott — da brauchte man keine Biene zu beneiden!

Der Gutsherr Pjotr Nikolajewitsch Suchotin

selbst war durch seine Einfälle und Witze weit und breit bekannt: wenn er in eine beliebige Gesellschaft kam und bloß den Mund öffnete, so verstummte für keinen Augenblick das Lachen. Alle lachten mit — Bekannte und Unbekannte. Ganz ohne Unterschied.