»Teufel!« wehrte sich Sergej Sergejewitsch, als ihm das Petersburger Erlebnis wieder in den Sinn kam.
Einer seiner Regimentskameraden hatte eine Braut. Der Offizier war von altem Adel, das Mädchen aber aus einfacher Familie und sehr arm. Die Angehörigen des Bräutigams waren gegen diese Verbindung und suchten sie auf jede Weise zu vereiteln.
Sergej Sergejewitsch nahm sich die Angelegenheit seines Kameraden sehr zu Herzen; er besuchte ihn oft und wünschte ihm und seiner Braut aufrichtig Glück.
Und als nach unendlicher Mühe die Hindernisse endlich aus dem Wege geräumt waren und
der Tag der Hochzeit festgesetzt war, nahm die Sache ein unerwartetes und trauriges Ende: die Braut löste die Verlobung.
Wersenew kann sich noch an den Abend erinnern, an diesen Petersburger Herbstabend mit dem durchdringenden feuchten Wind und den hinter dem Schleier des feinen Regens trübe leuchtenden Straßenlaternen; an ihr Zimmer irgendwo in der Rusowskaja-Straße in der Nähe der Kasernen. Sie bat ihn, zu ihr zu kommen, um mit ihm über die aufgehobene Verlobung zu sprechen. Er zweifelte nicht, daß das der wahre Grund sei, warum sie ihn zu sich gerufen habe; als er aber zu ihr kam, sagte sie ihm die ganze Wahrheit . . .
Er kann sich auch an ihr Gesicht erinnern, das plötzlich so blaß geworden war, so entsetzlich blaß, wie das Gesicht seiner Mutter zu werden pflegte, wenn er mit den Worten: ›Vater kommt!‹ zu ihr ins Eckzimmer hineingestürzt gekommen war.
Sie eröffnete ihm, daß sie ihn liebgewonnen hätte und nur ihn allein liebte.
Er liebte sie aber gar nicht. Hatte er ihr denn einen Grund gegeben, dergleichen anzunehmen? Er hatte sie als die zukünftige Gattin seines Freundes stets aufmerksam behandelt und war aufrichtig bestrebt gewesen, beiden, ihr und ihm, zu helfen. Er hatte sie niemals geliebt und liebte sie auch jetzt gar nicht.
Er kann sich noch erinnern, wie sie in der Ecke