»Der Herr hat oft Angstzustände«, meldete Solomowna dem P. Astriosow, als er um die Weihnachtszeit mit dem Kreuz ins Haus kam. »Früher hatte er vor nichts Angst, jetzt kommt er aber jeden Abend zu mir in die Mägdekammer gelaufen und zittert vor Furcht: es ist ihm immer, als ob jemand neben ihm stünde. Auch wartet er immer auf Gäste; er glaubt, daß jeden Augenblick Gäste kommen werden! Oder er sitzt da und weint.«

Nach Neujahr beichtete Solomowna dem Geistlichen, daß sie böse Träume gehabt habe: in der Christwoche hätte sie Blei gegossen und sonstigen Zauber getrieben, und darum wären ihr die bösen Träume gekommen.

Träume, die man in der Christwoche hat, sind immer prophetisch.

Bald träumte ihr, sie wischte den Boden auf; es ist aber nicht gut, wenn man im Traume den Boden aufwischt. Bald träumte ihr von einer Feuersbrunst: das Haus brennt, man hat schon alle Balken und Bretter herausgebrochen und nimmt den Ofen auseinander; vom Feuer ist aber nichts zu sehen.

»Zwei Männer machen sich am Ofen zu schaffen,

und ich frage sie: ›Was ist denn los?‹ Und sie antworten: ›Wir wissen nichts, Solomowna!‹«

Den schlimmsten Traum hatte sie aber in der Neujahrsnacht.

Es träumte ihr, sie käme in den Saal herein und aus der Balkontür träte ihr der selige Sergej Petrowitsch entgegen; er war nicht allein, sondern befand sich in Begleitung eines uralten Mannes; sie hätten die Balkontür hinter sich fest zugeschlossen und wären geradeaus ins Arbeitszimmer gegangen, sich wie Blinde an den Wänden entlangtastend.

P. Astriosow hatte aber für die Träume der Kinderfrau wenig Interesse: sein eigener Neujahrstraum saß ihm noch im Nacken.

P. Astriosow hatte sieben Kinder: der Älteste war schon Küster, und das jüngste ein Säugling. Im Traum war es aber umgekehrt: der Älteste war ein Säugling und lag in den Windeln, und der jüngste war Küster und hatte einen langen Bart.