»Das ists ja, was ich wollte,« dachte Dscheha. »Auf diese Weise brauche ich keine Miete zu zahlen.«

411.

EInes Tages war Si Dscheha bei seiner Mutter zu Hause geblieben. Da sie nichts zu essen hatten, sagte er zu ihr: »Warte, ich hole etwas zu essen.«

Er ging zu den Schülern, die er alle bei sammen fand, und sagte zu ihnen: »Kommt, ihr sollt heute bei mir essen.« Er war nämlich ihr Mitschüler, war aber an diesem Morgen nicht zur Schule gegangen. Als er ihnen nun sagte: »Kommt heute zu mir essen«, antworteten sie: »Si Dscheha, du bist arm.«

Er antwortete: »Das ist Brauch bei uns: wenn ein Schüler den ganzen Koran auswendig kann, muß er seinen Mitschülern zu essen geben.«

»Gut ists,« sagten sie. »Geh und richte das Mahl her; wir werden kommen.«

»Steht auf und kommt mit,« sagte Dscheha; »das Mahl ist schon kalt.«

Sie standen auf und gingen mit ihm. Als sie in seinem Hause angelangt waren, ließ er sie in eine Kammer treten. Dann nahm er ihre Schuhe, die sie an der Tür gelassen hatten, und steckte sie in einen Sack; hierauf ging er zu den Schülern zurück und sagte zu ihnen: »Wartet ein bißchen; ich komme sofort wieder.« Er ging aber weg und nahm den Sack mit ihren Schuhen mit; er kam zu einem Garkoch.

»Gib mir etwas um zwei Franken,« sagte er zu ihm, »und nimm dafür dies Paar Schuhe.«

Dann ging er zu einem Fleischer und hielt ihm dieselbe Rede, dann zu dem Kuskussuverkäufer; und als er so alle Schuhe der Schüler verteilt hatte, ging er, mit köstlichen Mundvorräten beladen, nach Hause. Sofort nach seiner Heimkehr setzte er alles den Schülern vor, und sie ließen es sich trefflich schmecken. Dann erhoben sie sich, um in ihre Schule zu gehn. Als sie ihre Schuhe suchten, sagte Dscheha zu ihnen: »Kommt mit mir; ich habe sie versteckt.«