Und nun erzählte Giucà den Leuten die ganze Geschichte, und der Herr mußte die Wette bezahlen.

VI.
Kalabrische Überlieferungen

435.

ES war also einmal ein gewisser Hiohà. Der Vater und die Mutter wollten ihm gut: sie hielten ihn für etwas ganz besonders; aber Hiohà war ein Dummkopf. Was hat er nicht alles getan, dieser Hiohà!

Einmal schickten ihn der Vater und die Mutter, die sehr arm waren, Kutteln waschen. »Gib acht,« sagte die Mutter, als er wegging, »gib acht, daß du sie dort wäschst, wo viel Wasser ist.«

Nun begann Hiohà zu wandern. Er wanderte und wanderte, sah einen Bach und machte nicht halt. Er wanderte und wanderte, sah einen Fluß und machte noch immer nicht halt. Erratet ihr, wo er halt gemacht hat? Er ist bis ans Meer gegangen. Dort begann er die Kutteln zu waschen und abzureiben. Nachdem er sie eine Stunde abgerieben und gewaschen hatte, wußte er nicht, ob sie gut gewaschen seien.

Wen hätte er fragen sollen? Wen hätte er nur fragen sollen? Er sah in der Ferne ein Schiff mit Seeleuten drinnen. Da begann er zu pfeifen und mit den Händen Zeichen zu machen. Als die Seeleute diese Bewegungen sahen, kamen sie, weil sie nicht wußten, was es gebe, mit dem Schiffe zum Ufer. »Was willst du?« sagten sie zu ihm, und Hiohà sagte zu ihnen: »Sind diese Kutteln gut gewaschen oder nicht?«

»Der Teufel soll dich holen!« begannen die Seeleute; »der und jener soll dich holen! Und wegen so etwas hast du uns gerufen? Der Teufel soll dich holen!« Und damit gaben sie ihm eine Tracht Prügel, wirklich eine ordentliche Tracht.

Nun begann Hiohà zu weinen und sagte: »Was habe ich euch getan, daß ihr mich schlagt? Wie hätte ich denn sagen sollen, als ich das Schiff gesehn habe?«

»Du hättest sagen sollen,« sagten die Seeleute zu ihm: »Guten Wind! Guten Wind!«