440.
EInes Morgens hatte die Prinzessin Juvadi verloren; sie schrie in allen Gemächern und fand ihn endlich an einem Fenster. Dort pustete er mit dem Munde und machte Bu, bu ... bu, bu ... bu. Sie schrie: »Was machst du da?« Juvadi antwortete: »Ich puste auf die Fliegen und Wespen da, damit sie nicht hereinkommen; sie könnten uns beißen und wir müßten sterben.«
441.
JUvadi war wieder einmal verloren und die Prinzessin konnte ihn nicht finden. Am Tage darauf fand sie ihn, wie er mit einem Kuhschwanze in der Hand in die Luft starrte und Bu, bu ... bu, bu ... bu, bu pustete. Sie sagte: »Juva’, was machst du da?« Und Juvadi lachte aus vollem Halse: »Ich habe ein Wildschwein getötet, und dann ist ein Wind gekommen und hat mich in die Höhe gehoben; ich habe mich aber so kräftig gewehrt, daß mir beim Hinundherreißen der Schwanz in der Hand geblieben ist.«
442.
EIn andermal sagte Juvadi: »Ich gehe in den Hühnerstall, Eier holen.« Er ging, nahm ein Messer, tötete alle Hühner und hängte sie ringsum an die Wände. Sie gingen ihn suchen, fanden den Schaden und schrien: »Warum hast du das getan?« Und Juvadi: »Ich bin ein Metzger geworden. Was wollt ihr?«
Die Prinzessin nahm einen Stock und prügelte Juvadi weidlich durch; dann jagte sie ihn wegen all dieser dummen Streiche aus dem Hause.
443.
JUvadi hatte ein Gärtchen, und dort war ein einzelner Kirschbaum. Er pflegte ihn mit aller Sorgfalt, aber der Baum trug nicht eine einzige Kirsche. Eines Tages verlor Juvadi die Geduld und sagte: »Jetzt will ich diesen vermaledeiten Baum fällen, der nichts trägt.« Er fällte den Kirschbaum und machte ein Kreuz daraus; das pflanzte er in das Gärtchen. Er glaubte, wenn er zu Jesus Christus beten werde, werde ihm der alle Gnaden erweisen; aber er mochte heute beten oder morgen oder übermorgen, eine Gnade sah er niemals. Da packte er erbost das Kreuz, warf es zur Erde, daß es in tausend Stücke zersprang, und sagte: »Dich kenne ich schon, wie du noch ein Kirschbaum warst.«
444.